Invisalign oder Zahnspange: Unsichtbare oder klassische Wahl

Invisalign oder feste Zahnspange – was ist besser? Kosten, Dauer & Vor-/Nachteile im Vergleich. Beratung bei Dübi Dental in Dübendorf.
med. dent. Yusein Ahmed
November 15, 2025
8
Min Lesezeit

Es war lange Zeit ein unvermeidliches Bild der Adoleszenz: das metallische Glänzen einer Zahnspange beim Lächeln. Für Generationen von Jugendlichen gehörte diese ästhetische Einschränkung zum Preis gerader Zähne. Dann, vor etwa zwanzig Jahren, betrat ein neuer Akteur die Bühne: Invisalign, ein System transparenter Kunststoffschienen, das versprach, Zähne zu korrigieren, ohne dass es jemand bemerkt. Die Frage, die seither Patienten und Zahnärzte beschäftigt: Ist die unsichtbare Revolution tatsächlich besser – oder nur anders?

Das Prinzip der Bewegung

Beide Methoden basieren auf demselben physikalischen Grundsatz: Kontrollierter, dauerhafter Druck bewegt Zähne durch den Kieferknochen. Der Knochen ist kein starres Gebilde, sondern ein lebendes Gewebe, das sich ständig umbaut. Wird auf einen Zahn Druck ausgeübt, baut der Körper auf der Druckseite Knochen ab und auf der gegenüberliegenden Seite neuen Knochen auf. Der Zahn wandert – langsam, etwa einen Millimeter pro Monat, aber stetig.

Bei der klassischen Zahnspange übernehmen diese Aufgabe Metallbögen, die durch auf die Zähne geklebte Brackets geführt werden. Der Bogen wird vom Kieferorthopäden regelmässig ausgetauscht oder nachgespannt, wobei die entstehende Kraft präzise dosiert werden kann. Bei Invisalign geschieht die Kraftausübung anders: Jede Kunststoffschiene ist minimal anders geformt als der aktuelle Zahnstand. Wenn der Patient sie aufsetzt, entsteht Spannung – die Schiene drückt die Zähne sanft in die vorgesehene Richtung. Nach etwa zwei Wochen hat sich der Zahnstand angepasst, und die nächste Schiene übernimmt.

Die Ästhetik – und ihre Grenzen

Der offensichtlichste Unterschied liegt im Erscheinungsbild. Invisalign-Schienen sind nahezu unsichtbar. Aus wenigen Zentimetern Entfernung fällt kaum auf, dass jemand sie trägt. Für Erwachsene, die im Berufsleben stehen, für Menschen, deren Selbstbewusstsein unter einer sichtbaren Apparatur leiden würde, ist dies ein gewichtiges Argument.

Doch die Unsichtbarkeit hat ihren Preis – und dieser misst sich in Stunden. Invisalign-Schienen müssen mindestens 22 Stunden täglich getragen werden. Sie dürfen nur zum Essen und zur Zahnpflege herausgenommen werden. Das klingt einfach, erfordert aber Disziplin: Der spontane Kaffee unterwegs, das Glas Wein am Abend, der Snack zwischendurch – all das bedeutet: Schienen herausnehmen, nach dem Essen Zähne putzen, Schienen wieder einsetzen. Wer diese Routine nicht einhält, riskiert längere Behandlungszeiten oder unbefriedigende Ergebnisse.

Die Frage der Eignung

Nicht jede Zahnfehlstellung lässt sich mit beiden Methoden gleich gut behandeln. Invisalign hat in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte gemacht und kann heute Korrekturen leisten, die früher als unmöglich galten. Dennoch gibt es Grenzen. Komplexe Rotationen einzelner Zähne, starke vertikale Bewegungen, die Behandlung ausgeprägter Kieferfehlstellungen – hier bleibt die feste Zahnspange oft überlegen.

Der Grund liegt in der Physik. Eine feste Zahnspange überträgt Kräfte dreidimensional und kann durch zusätzliche Elemente wie Gummizüge auch Bewegungen zwischen Ober- und Unterkiefer koordinieren. Die Invisalign-Schiene hingegen umschliesst die Zahnkronen und kann Kräfte primär in horizontaler Richtung übertragen. Innovative Ansätze wie aufgeklebte Kunststoffknöpfchen, sogenannte Attachments, erweitern die Möglichkeiten – doch bei manchen Fehlstellungen bleibt Metall die bessere Wahl.

Der Faktor Mensch

Ein Aspekt, der in Broschüren selten erwähnt wird, ist die Compliance – die Mitarbeit des Patienten. Bei einer festen Zahnspange wirkt die Apparatur rund um die Uhr, unabhängig davon, ob der Patient kooperiert oder nicht. Die einzige Anforderung ist die Anwesenheit bei den Kontrollterminen. Invisalign hingegen setzt aktive Mitarbeit voraus: Die Schienen müssen getragen werden, und sie müssen richtig getragen werden.

Bei Erwachsenen, die sich bewusst für die Behandlung entschieden haben, ist dies selten ein Problem. Bei Jugendlichen sieht es anders aus. Studien zeigen, dass ein erheblicher Teil der Teenager die Schienen weniger trägt als vorgeschrieben – sei es aus Vergesslichkeit, sei es aus publitärer Auflehnung gegen elterliche Vorgaben. Die Entscheidung für Invisalign sollte daher auch eine realistische Einschätzung der eigenen Disziplin beinhalten.

Die Kosten – eine Frage der Perspektive

In der Schweiz liegen beide Behandlungen in ähnlichen Preisregionen: zwischen 4000 und 8000 Franken, je nach Komplexität und Dauer. Invisalign tendiert dabei zum oberen Ende des Spektrums. Die obligatorische Krankenversicherung übernimmt kieferorthopädische Behandlungen nur in Ausnahmefällen, etwa bei schweren Fehlbildungen. Zahnzusatzversicherungen decken einen Teil der Kosten – es lohnt sich, die genauen Konditionen vor Behandlungsbeginn zu prüfen.

Die Behandlungsdauer variiert je nach Ausgangslage. Leichte Korrekturen mit Invisalign können in sechs Monaten abgeschlossen sein. Komplexe Fälle benötigen 18 Monate oder mehr. Bei der festen Zahnspange rechnet man typischerweise mit ein bis drei Jahren. Der Zeitfaktor allein sollte jedoch nicht entscheiden – wichtiger ist das langfristige Ergebnis.

Die persönliche Entscheidung

Die Wahl zwischen Invisalign und fester Zahnspange ist keine zwischen gut und schlecht. Es ist eine Entscheidung, die von individuellen Faktoren abhängt: von der Art der Fehlstellung, von ästhetischen Prioritäten, von der Bereitschaft zur Mitarbeit, vom Alter und von den finanziellen Möglichkeiten. Eine kompetente Beratung, die diese Faktoren abwägt, ist unersetzlich.

In unserer Praxis in Dübendorf führen wir dieses Gespräch ergebnisoffen. Manchmal ist Invisalign die ideale Lösung, manchmal empfehlen wir die klassische Variante. Entscheidend ist nicht, was moderner klingt, sondern was zum Patienten passt.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet Invisalign in der Schweiz?
Die Kosten liegen zwischen 4000 und 8000 Franken, abhängig von der Komplexität des Falls und der Behandlungsdauer.

Wie lange dauert eine Invisalign-Behandlung?
Je nach Schweregrad der Fehlstellung zwischen 6 und 18 Monaten. Voraussetzung ist, dass die Schienen mindestens 22 Stunden täglich getragen werden.

Ist Invisalign schmerzhaft?
Bei jedem Schienenwechsel kann ein Druckgefühl auftreten, das nach wenigen Tagen nachlässt. Die meisten Patienten empfinden es als weniger unangenehm als bei einer festen Zahnspange.

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Luca Aramini
Patient